Handel und WandelOhne Zweifel ist Efferdas eine von der Herrin Peraine und dem Herren Phex besonders gesegnete Gegend. Auch wenn dies insbesondere beim einfachen Plebs durch den inniglichen Glauben zum allgegenwätigen Herren Efferd schlichtweg vergessen scheint. Ein neuerliches Indiz dafür wie besondere Gnaden bei diesen Plebejern schnell zur Selbstverständlichkeit werden und hieraus unziemliche Ansprüche entstehen mögen. Nunmehr verstehe ich umso besser, was Bruder Hesindiano meinte, als er davon sprach, dass 'beim Volke geistige Aufklärung zwar dringend von Nöten sei, niemals jedoch ohne geistliche Ermahnung'.(...) (Aus den Briefen der Signorina Elliane di Mardiletto an ihren Onkel, 2512 HORAS) Wahrhaftig ist selbst im sehr fruchtbaren Lieblichen Feld Efferdas ein Landstrich von besonderem Reichtum. Insbesondere gilt dies natürlich für die Schwemmlande am Sikramufer aber auch die Ländereien um Efferdas und Letran herum sind blühende Landschaften. Selbst die eher trockenen Landstriche auf den Efferdhöhen um Ranaqides, die früher allein für die Schafzucht genutzt wurden, sind durch den Bau von Wasserkunstwerken in den letzten etwa 20 Jahren für den Ackerbau erschlossen worden. Ebensowenig haben die Zypressen- und Pinienwälder (der Parvenusforst) am Ufer der Torre ursprünglichen Charakter, sondern sind seit Jahrhunderten wohlgepflegte Forste. Angebaut werden insbesondere Wein, Weizen, Oliven, Flachs, Obst und Gemüse (speziell methumische Mandelpflaumen), Rosen und Kork. Aber auch die Pferde- (Letran) und Schafzucht (Ranaqides) finden ihren Platz, ebenso wie sich fast alle Agricolaris nebenher ihr Federvieh uns ihre Ziegen halten. Ja und sogar nicht wenige Höfe können sich ein oder zwei Rinder oder Kälber zur Mast erlauben. Schweinefleisch steht dagegen eher selten auf dem efferdischen Speiseplan. An Bodenschätzen hingegen ist Efferdas eher arm zu nennen. Einzig der freiherrschaftliche Steinbruch von Monte Paklai, aus dessen Kalkstein die allermeisten Steinhäuser in Efferdas errichtet worden sind, ist hier als Ausnahme zu nennen. Mehr als ausgeglichen jedoch wird dieser Mangel durch die besonders günstige Lage der Baronie zwischen Sikram und Siebenwindigemn Meer bei besonderer Nähe zum Colonialhafen Belhanka , welche den Handel zum bestimmenden Wirtschaftszweig in Efferdas gemacht hat. Der Handel in Efferdas konzentriert sich dabei in den Händen weniger Patrizerfamilien, welche auch die Politik wesentlich mitbestimmen, weshalb sie dort auch näher vorgesellt werden sollen. Ferner stellt die Meersalzgewinnung an der valderaner Küste südlich der Stadt Efferdas ebenso eine Besonderheit wie auch Quelle des Reichtums insbesondere für die Familie Salinas di Punta dar. Handwerk und Manufacturen schließlich finden sich vor allem in den Städten Efferdas (Slinsche Werft, Seilerei, Färberei Gerber sowie Faßmacher, Schmiede, Fischer, Tuchweber und übliches Handwerk), Toricum (Pfeifenmanufactur Cabot, Korbmacher, Imker, Fischer, Kerzenzieher, Papiermühle und übliches Handwerk) und Letran (Waffenschmiede und Harnischmacher, Heiligenschnitzer und übliches Handwerk). Dabei sind die Preise für übliches Handwerk und Dienstleistungen zumeist im Vergleich günstig, da sich das Zunft(un)wesen hierzulande aufgrund von Restriktionen durch den Adel nie recht durchgesetzt hat. So sind nur die Heiligenschnitzer von Letran, die Imker von Toricum sowie die Fischer und Schmiede von Efferdas in Zünften organisiert. Eine gildeähnliche Struktur besitzt außerdem noch die "Edle Loge zu Ehren der Herren Efferd und Phex der Kauffahrer zu Efferdas", während die Anrede Zunftmeister der Färber für Maestrino Gerber nur noch historisch zu werten ist, da dieser heutigentags schlichtweg Manufacturbesitzer ist. Teuer sind hierzulande einzig Dinge, die (oder deren Rohstoffe) über längere Strecken herangeschaftt werden müssen -wie alles metallene zum Beispiel. Colonialwaren sind jedoch, bedingt durch die Nähe zu Belhanka, außergewöhnlich preisgünstig zu erstehen. |
