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Karavelle
Der Name ist abgeleitet von der Beplankung des Rumpfes:
Kraweel, d.h. die Planken stoßen aneinander und überlappen sich nicht
(geklinkert). Dies bietet insb. einen geringeren Wasserwiderstand aber auch einen
wesentlich geringeren Bewuchs (z.B. Muscheln). Was wiederum längere Reisen bei
geringerem Geschwindigkeitsverlust ermöglicht. Ideal für Entdeckerfahrten.
Weiterhin typisch ist die
Rumpfform:
Zwar auf Kiel gebaut, aber eher
auf den Wellen reitend als sie schneidend. Dementsprechend auch mit wenig
Tiefgang. Auch dies prädestiniert die Karavelle für Fahrten in unbekannten
Gestaden.
Weitere Merkmale:
Achtern eine sogenannte Hütte,
sowie das Back, der heruntergezogene vordere Schiffsteil.
Am besten zu verdeutlichen anhand
dieser drei Modelle:
Damit
kommen wir dann zu den Untertypen:
Karavellen werden zu allen möglichen Zwecken eingesetzt,
als –wie schon erwähnt- Entdecker-,
Kriegs- und Kauffahrerschiffe. Auch ist der Einsatzort (es macht einen
Unterschied, ob Perlenmeer oder Meer der Sieben Winde) von Bedeutung.
Die Entwicklung der Karavelle geht mit der Entdeckung des
Havenasegels einher.
Anmerkung: Dieses ist jedoch die irdische Entsprechung zum
Lateinersegel, welches –wie der Name schon vermuten lässt- eigentlich
altbekannt war.
Dieses Havenasegel bietet zwar den Vorteil der
Beweglichkeit, ist dafür aber schlecht zu reffen. Die Definition für dieses
Segel lautet: Segel, das an einer langen gebogenen Spiere gefahren wird, die in
einem Winkel von ca. 45° vom Bug nach achtern reicht und auf ca. einem Drittel
ihrer Länge am relativ kurzen Mast gesetzt ist.
Links und rechts sind die Abbildungen solcher Schiffe zu
sehen, die rein havenisch getakelt sind. Eben als Zwei- oder Dreimaster.
Viermaster sind äußerst selten. Als segeltechnisch ungünstig hat sich die
Kombination rein havenisch und Sprietsegel, wie z.B. bei der „Willem Kuyfhoff“,
erwiesen.
Die reine Havenatakelage ist jedenfalls älter als die
gemischte wie in der mittleren Abbildung. Ebenso ist der Dreimaster, der insb.
für längere Fahrten geeigneter ist, moderner als der Zweimaster.
Rein havenisch getakelte Schiffstypen sind die Hylaier
Karavelle und der Grangorer Hai als Zweimaster sowie Pailische und
Perlenmeer-Karavelle als Dreimaster.
Die Mischbetakelung ist noch recht neu. Die Variante als
Neetha-Zweimaster dürfte ein Spezialtyp für die besonderen Windverhältnisse um
die Zyklopen herum sein. Wie ja auch der gesamte Schiffstyp wohl in dieser Gegend
entwickelt wurde.
Am modernsten ist der Belhanka-Schnellsegler mit Rahsegeln
an Bugspriet, Fock- und am Großmast. Hier finden sich sogar zwei Groß- und
Mars- (avent. Rondra- oder Kor-) Segel. Der Besanmast führt schließlich ein
Havenasegel.
Übrigens: Im vielbeachteten Werk "Die Seefahrt des Schwarzen Auges" ist auf S. 50 in der linke
Spalte ein Fehler bei diesem Schiffstyp, während die „Colga na Naohm“ diesen
Typ vortrefflich charakterisiert.
Der Typ eignet sich hervorragend für ein Segeln vor dem
Wind, während sich Havenasegel am Wind besser verhalten.
Geteilte Havenasegel wie bei einer Schivone finden sich
bei einer Karavelle übrigens nicht.
Zur sonstigen Takelage (laufendes Gut, Wanten usw.) ist
nicht viel zu sagen, ausser dass Wanten i.A. selten sind. Insb.
Entdeckerschiffe sollten aber doch wohl ein Krähennest (den Ausguck) haben.
Bewaffnung:
Die durchschnittliche Anzahl von Geschützen dürfte etwa 6 sein. Kauffahrer weniger,
Kriegsschiffe mehr.
Sonstiges:
Länge i.A. 20-30 Schritt, Verhältnis
Länge/Breite: 3-4
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