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Signorie Valderas
Wappen: Weiße Saline auf rotem Grunde über weißem
Feld
Einwohner: 2000
Sitz des Signori: Castello Punta Salina
Größter Ort: Valderas (150)
Signor: Barabo Salinas di Punta von Valderas
"Valderas selbst sei ein nicht im geringsten schauenswertes Kaff,
versicherte der Kutscher und so begnügte ich mich damit, im Gasthaus am
Semaphor, welcher direkt am Abzweiger gen Valderas gelegen, mir nächtliche
Unterkunft und Verpflegung zu sichern. Die (soll ich es so nennen?) Freude ein
paar echte valderaner Sumpfbewohner bestaunen zu dürfen, hatte ich beim
Abendmahl in der Gaststube aber dennoch. Die drei Korbflechter, welche vom
Markte in Efferdas kamen, gaben ein gar jämmerliches Bild ab und stanken
daimonisch. Zu allem Überfluß erdreisteten sie sich auch noch während
ihres zweiten Kruges Wein mit der einen oder anderen schauerlichen Mär aus
ihrem mückenverseuchten Sumpf aufzuwarten. Nein, was sollte es dortens
nicht alles geben: Hexen, Sumpfwürmer, Geistererscheinungen gar! Ich muß
gestehen, daß ich nicht im Übermaß traurig war, als jenes
ungebildete, abergläubische Volk alsbald hernach das Gasthaus verließ.
Am nächsten Morgen schließlich ging die Reise gen Efferdas weiter.
Die Landschaft rechts des Weges bot dabei zusehends ein erfreulicheres Bild. Die
Sümpfe mit ihren fauligen Wasserlöchern machten Wiesen und
wohlgepflegten Feldern Platz, hie und da waren einzelne Gehöfte
auszumachen. Was jedoch den wahren Reichtum dieses Landstriches ausmacht, konnte
man meerseitig ausmachen. Dort stehen die Häuser derjenigen, welche dem
Meer eine seiner größten Kostbarkeiten abringen: Die Salzpächter.
Mit Pump-werken befördern sie das Wasser auf die terrassenartig angelegten
Salzfelder, wo die Glut der Praios-scheibe das Wasser aus dem weißen Gold
heraus sengt.(...) In ihrem weiteren Verlauf schließlich wird die Küste
zunehmend felsiger und erhebt sich auch steiler aus den Fluten. Dort, nur noch
wenige Meilen bis Efferdas findet sich mit dem Castello Punta Salina der
Stammsitz der Signori von Valderas. Beengt und wenig dem Reichtum entsprechend,
welcher die Salzgewinnung bringen mag, ist dieses Gemäuer, so daß,
wie ich später erfuhr, Signor Barabo es zumeist vorzieht, seine Amtsgeschäfte
von seiner Stadtvilla in Efferdas aus zu führen. (...)"
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